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Kind - ein Lebewesen, dem - kaum dass es gelernt hat zu sprechen - sofort der Mund verboten wird. |
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Kinderbetreuung gefährdet
Ungleichheit herrscht in der Tagespflege zwischen den Kommunen. Eine Tagesmutter schildert die Probleme
Dächte eine Oberhausener Tagesmutter wirtschaftlich, müsste sie sich zweimal über- legen, ob sie ein Kind aus Oberhausen aufnimmt: Vier Euro bekommt sie pro Kind und Stunde von der Stadt. Wer glaubt, dies sei viel, muss bedenken, dass davon Betriebskosten abgehen. Es bleiben 2,26 Euro Brutto. Zunächst, „denn als Selbstständige muss ich davon noch
Krankenkasse und Rente bezahlen“, sagt Tagesmutter Michaela Wagner-Kratzer, und außerdem die Tage überbrücken, an denen sie mal krank ist, oder keine Kinder kommen. Zum Glück ist das bei der gelernten Erzieherin selten der Fall. Und so gelingt ihr fast jeden Tag die logistsche Meisterleistung:
In der Früh versorgt sie ihre drei Kinder und Pflegekind Lucy deren Mutter als Stewardess auf eine Betreuung zu den „Randzeiten“, d.h. außerhalb der Kita-Zeiten und am Wochenende angewiesen ist.
Um 8.15 Uhr werden Sohn und Tochter zur Schule gebracht. Dann treffen auch schon drei Kinder in der Tagespflegestelle „Schnullerbacke“ in Holten ein. Frau Wagner- Kratzer spielt mit ihnen im eigenen Garten oder organisiert eine Spielplatzsafari.
Mittags gibt es ein Schläfchen unterm Dach im Zimmer des Sohnes.
Das wird nachmittags wieder in den Urzustand versetzt.
Absetzen kann sie Räume und Garten nicht, denn die muss sie aus Kostengründen auch privat nutzen. Und es ist leichter einen IkeaBon abzurechnen, als die täglichen Fahrtkosten etwa zum Kaisergarten. Doch dafür Zimmer oder einen Zweitwagen anzumieten, wäre zu teuer. Dabei sind die eigenen vier Wände fast so hergerichtet, wie in einer normalen Kita: Fühl- und Erlebnisecken gibt es in der Wohnküche, im Flur stehen ein Infobrett und die Namen aller ehemaligen Kinder an der Wand.
Gerade einmal 5000 Euro Brutto verdiente auch Freundin und Tagesmutter Daniela Mörs im letzten Jahr.
„In Oberhausen tritt die Tagespflege auf der Stelle“, kritisiert Wagner- Kratzer das System: „Einige Kolleginnen mussten schon aufhören: Es lohnte sich nicht.“ In anderen Städten sei die Vergütung höher, sagt sie, hier aber hieße es immer wieder: Nothaushalt.
Blickt man nach Duisburg, bekommen Tagesmütter pro Kind und Stunde zwischen vier und sechs Euro – etwa für Kinder mit Behinderung – plus Aufwandsentschädigung, sagt Jugendamtsleiter Thomas Krützberg. In Mülheim sieht die Lage jedoch anders aus: Dort werden Kinder unter drei Jahren mit drei Euro vergütet, bis sechs mit 2,50 und bis 13 mit 2,20 Euro. „Die Vergütung ist abgeleitet von der Vollzeitpflege“, so Claudia Hamerla vom Jugendamt Mülheim. Grundsätzlich beschweren sich auch dort die Tagesmütter, die, wie in Duisburg, ein Drittel des Bedarfs abdecken – „so ist es nun mal“, verweist Hamerla an Land und Bund.
Ob diese Zahlen vergleichbar sind, bezweifelt Klaus Gohlke, Leiter des Kinderpädagogischen Dienstes Oberhausen: „Man muss die Palette der Leistungen in den Städten genauer vergleichen.“ Das wolle die Stadt nun tun. Doch verweist auch der Leiter auf die leere Kasse und das Land: Erst vor 15 Monaten erhöhte man von drei auf vier Euro: „Das ist immer noch unzurechend“, so Gohlke, „alle Kommunen wünschen sich vom Land die gleiche Förderung von Tagesmüttern und Kitas.“
Hier gibt es die ganze WAZ Seite

Quellenangabe:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Lokalredaktion Oberhausen
Goebenstr. 57
46045 Oberhausen
Telefon: 0208 85906-40
Fax: 0208 85906-66
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Dennis Vollmer
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8590663
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